Jetzt hat die Krise selbst die Versicherungsbetrüger erreicht. Die Versicherungen stocken bei den Kontrollen auf. Eine Prämienerhöhung, wie es sonst üblich war, wäre in der derzeitigen Situation kundenfeindlich.
Manfred Göth kann sich über volle Auftragsbücher freuen. Er ist ein selbstständiger Gutachter in Wiesbaden. „Ich könnte Tag und Nacht im Einsatz sein“, sagt er. Die Versicherungen lassen immer mehr Anzeigen von ihren Kunden begutachten, um Betrüger zu entlarven. Mit neuer Technik und Ausbildung für die Fachmänner sind sie gegen Blender gerüstet.
Auch die Strafen sind empfindlicher geworden. Die Kölner Kanzlei Bach, Langheid & Dallmayr hat ein Betrugsaufklärungszentrum errichtet. Dort werden alle Informationen über Verdächtige gesammelt und zusammen getragen, die dann vor Gericht verwendbar sind.
In der Vergangenheit wurden zwar viele Einzelheiten über den Betrüger erfasst, aber nichts, was vor Gericht brauchbar wäre.
Es wird geschätzt, das seit der Wirtschaftskrise die Delikte angestiegen sind. Denn Versicherungsbetrüger klemmen fast immer in einer Finanzmisere. Jährlich bezahlen die Versicherungen geschätzte vier Milliarden Euro zu viel – wegen Betrugs oder zu hoch angesetzter Schäden. Den Kunden mangelt es dabei nicht an Fantasie oder sie rechtfertigen sich damit, dass sie lange genug Beiträge bezahlt hätten. Jetzt wehrt sich die Branche, was sie auf Grund der Angst, Kunden zu verlieren, in den letzten Jahren vernachlässigt hat.
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