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Allen Pleiten und geplatzten Krediten zum Trotz, zeigen sich die Investoren unbeeindruckt. Sie kaufen weiterhin Unternehmensanleihen in der Hoffnung, dass sich die angeschlagenen Konzerne mit Hilfe des ihnen zufließenden Kapitals wieder erholen. Die Ausgabe von Firmenbonds soll mit 221 Milliarden Euro bereits das bisherige Rekordjahr 2001 (181 Milliarden Euro) übertroffen haben.

Nachdem vor zwei Jahren die Bedingungen für die Darlehensvergabe verschärft wurden, und das Geld nach der Pleite von Lehman Bros. im September letzten Jahres immer knapper wurde, mussten die Unternehmen ihren Kapitalbedarf anderweitig bedienen. Also haben sie Anleihen verkauft, oft mit hohen Risikoprämien und attraktiven Renditen für die Anleger. Diesen Preis zahlten die Unternehmen jedoch gern, wenn sie dadurch nur an frisches Kapital kamen.

Zunehmend treten jetzt aber Unternehmen auf dem Markt in Erscheinung, die als weniger kreditwürdig gelten. Dadurch steht der jüngst ausgelöste Nachfrageboom auf tönernen Füßen, nimmt die Zahl der Pleiten und Kreditausfälle dramatisch zu. Offenbar haben viele Anleger vergessen, dass Unternehmensanleihen nur so sicher sind, wie das Unternehmen selbst.
Ein Ende des Booms scheint sich jedoch abzuzeichnen, da die enorme Nachfrage die Rendite drückt. Dadurch werden Unternehmensanleihen gegenüber solchen Alternativen wie Bundesanleihen (die obendrein als sicherer gelten) zunehmend unattraktiver.