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Allen bisherigen Beteuerungen zum Trotz, hat die Deutsche Apotheker- und Ärztebank, kurz Apobank, doch Kapitalprobleme.
Um insgesamt 2,3 Prozent sank die Kernkapitalquote der Apobank allein in diesem ersten Halbjahr, nämlich von 8,7 auf 6,4 Prozent. Gleichzeitig fiel der Gewinn um ganze 87 Prozent auf 7,6 Millionen Euro. Laut Vorstandschef Herbert Pfennig liegt das auch daran, dass die Kunden das Vertrauen in den Kapitalmarkt verloren haben und hier kaum noch Geld investieren wollen. Ihre Risikovorsorge hat die Bank inzwischen mehr als verdoppelt. Sie liegt jetzt bei 38 Millionen Euro. Von einem Sanierungsfall war in Genossenschaftskreisen bereits die Rede.

Für schwache Papiere, die ausfallgefährdet sind, musste die Genossenschaftsbank bei ihren Kunden ca. 250 Millionen Euro aufnehmen. Dies geschah in Form eines Nachrangdarlehens, das sich sowohl aus Eigen- als auch Fremdkapital zusammensetzt. Nicht genug damit, muss auch der Genossenschafts-Dachverband BVR (Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken) einspringen. Damit wird das Eigenkapital der Apobank um ca. 120 Millionen Euro entlastet. Nach Aussage von Herbert Pfennig stellt dies “keine Stützungsmaßnahme, sondern eine sinnvolle Transaktion” dar. Das eigentliche Kerngeschäft der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, mit dem auch gute Gewinne erwirtschaftet wurden, liegt in ihrer Rolle als Hausbank von rund 300000 Ärzten und Apothekern. Darauf will man sich jetzt wieder konzentrieren, nachdem sich der Ausflug in den Kredit- und Wertpapierhandel als unrentabel erwiesen hat.

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